Perversion

Weitergeleitet von „pervers“

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Perversion bezeichnet eine, häufig im Bereich des Trieb- und Sexualverhaltens, den vorherrschenden Moralvorstellungen widersprechende stehende Eigenschaft oder Handlung. Heute wird es auch als Schimpfwort für befremdendes Verhalten benutzt.
    Im Sinne von „sexueller Perversion“ wird heute der wertneutrale Begriff Paraphilie für eine Störung der Sexualpräferenz verwendet. „Perversion“ wird sexualwissenschaftlich nur noch in der Psychoanalyse verwendet.

    In der Psychoanalyse steht der Begriff für ein sexuelles Bedürfnis und die daraus hervorgehenden Verhaltensweisen. Diese weichen von dem durchschnittlichen Geschlechtsleben ab. Vor allem dadurch, dass die Personen im Grunde keine Partnerschaft anstreben, sondern lediglich ihren Sexualtrieb befriedigende Reize suchen. Dabei ist oft das Sexualziel nicht der Geschlechtsverkehr, sondern andere Handlungen.

    Auch Menschen, die zum Beispiel Kinder, Leichen, Tiere oder Gegenstände begehren, gelten als pervers. Im Allgemeinen (auch in der ICD-10-Klassifikation ) werden folgende Varianten unterschieden:

    Exhibitionismus
    Fetischismus
    Gerontophilie
    Masochismus
    Nekrophilie
    Pädophilie
    Sadismus
    Salirophilie
    Zoophilie / Sodomie
    Voyeurismus
    Koprophilie
    Inzest

    Früher wurden auch homoerotische Handlungen als pervers eingestuft, unter anderem, weil man die Existenz von partnerschaftlichen Liebesbeziehungen unter Homosexuellen in Abrede stellte.

    Alle Versuche, die Ursachen der Perversion somatisch oder psychologisch zu erklären, blieben unbefriedigend, ebenso getätigte Therapieversuche. Die gängige Auffassung löst sich immer mehr von moralisierender oder pathologischer Einschätzung der Perversion und bevorzugt den wertfreien Terminus Deviation (lat. deviatio: Abweichung), zumal die Perversion auch bei sonst völlig intakten Persönlichkeiten zu finden ist.

    1.543 mal gelesen