Deformationsfetischismus

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  • sexuelle Präferenz für Menschen mit fehlenden Gliedmaßen
    Im Regelfall ist Amelotatismus keine Krankheit. Insbesondere ist Amelotatismus nach internationalem Verständnis keine Form des sexuellen Fetischismus, da sich die Vorliebe nicht auf einen unbelebten Gegenstand richtet. Nimmt der Amelotatismus krankhafte Ausmaße an, kann eine „nicht näher spezifizierte Paraphilie“ diagnostiziert werden. Lediglich bei Verwendung der US-amerikanischen Diagnoserichtlinien des DSM IV kann Amelotatismus bei krankhaftem Ausmaß als sexueller Fetischismus gewertet werden. Unüblichere Bezeichnungen für diese Neigung sind Amelotaphilie, Akrotomophilie, Amputophilie, Amelotasis und Amputismus. Im Zuge des Special Interest bezeichnen sich Amelotatisten häufig als devotee (Abkürzung devo'), admirer oder amelo.
    Amelotatismus ist nicht zu verwechseln mit Apotemnophilie, dem Wunsch nach der Amputation eigener Gliedmaße.

    Für Behinderte und ihr Umfeld kann die Begegnung mit Amelotatisten zu seelischen Problemen führen, sie tut es aber nicht zwingend. Es gibt Berichte über psychische Zusammenbrüche ebenso wie Berichte über glückliche Paare in verschiedensten Konstellationen und verschiedenstem Umgang mit dem Thema, miteinander und mit sich selbst.
    Amelotatisten fühlen sich von ihrer Neigung häufig beeinträchtigt und haben nur bedingt Möglichkeiten, ihre Neigung auszuleben und entsprechende soziale Kontakte aufzubauen. Seit dem Ende der 1990er Jahre entwickelt sich, unter Einfluss neuer Medien wie dem Internet, eine stärkere Vernetzung von „Amelos“. In den meisten seriösen Foren von und für Behinderte sind Amelotatisten nicht gern gesehen.

    Über die Lust am gehandicapten Körper
    Dieser Artikel erschien bereits 1997 im Magazin HANDICAP, hat aber bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt

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