Darkroom

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  • Ein spärlichst beleuchteter Raum für Sexualkontakte (fast ausschließlich zwischen homosexuellen Männern) in einem einschlägigen Lokal.
    Seit den 1990er Jahren gibt es Darkrooms auch in einigen Swingerclubs in Mitteleuropa. Neuerdings wird im allgemeinen BDSM-Bereich das „Spielzimmer“ so bezeichnet.

    Darkrooms können in Schwulenbars, Diskotheken, Saunen, Clubs und heterosexuellen Swingerclubs vorhanden sein, gehäuft sind sie in Lokalen der schwulen Lederszene oder der Szene nahestehenden Lokalen zu finden. Sie sind sehr spärlich bis gar nicht beleuchtet und dienen den Gästen zu sexuellen Handlungen vom Küssen bis zum Geschlechtsverkehr. Üblicherweise bleiben die Partner anonym und vergnügen sich zu zweit oder zu mehreren, ohne sich vollständig zu entkleiden. Manche Teilnehmer beobachten auch in der Nähe des Eingangs, wer hineingeht oder lernen sich im Lokal kennen und zeigen ein Cruising-Verhalten. Durch die Reduzierung der optischen Selektion und damit eines möglichen Ablehnungsgrundes des Partners sinkt die Hemmschwelle des Einzelnen, seine Vorlieben real umzusetzen. Auf der anderen Seite steigen die Anforderungen, über andere Sinneswahrnehmungen (Tasten, Riechen, Schmecken, Hören) trotzdem den passenden Partner zu finden.

    In Deutschland sind Darkrooms in entsprechenden Lokalitäten erlaubt, allerdings ist nach mancher Auffassung diese Art und Weise der baulichen Nutzung genehmigungspflichtig.
    In Zürich wurde der seit 1996 bestehende § 17 im Gastgewerbegesetz des Kantons Zürich, welcher den Patentinhaber für die „Aufrechterhaltung von Ordnung und guter Sitte im Betrieb“ verantwortlich macht, ab 2006 auch auf Darkrooms angewandt und Anzeigen erstattet.

    In nicht direkt vergleichbaren heterosexuellen Swingerclubs und Bordellen war die Regel kein Problem, da man die entsprechenden – meist umfangreicheren Räumlichkeiten – außerhalb der patentpflichtigen Gastwirtschaft ansiedelte, mit eigener Bewilligung als Gewerbebetrieb und mit von der Gastwirtschaft getrenntem Eingang führte. Darkrooms sind aber üblicherweise einzelne abgetrennte Räume, die von der Gastwirtschaft aus betreten werden, sodass tiefgreifende bauliche Änderungen oder Schließungen notwendig gewesen wären. Erst nach öffentlichen Protesten in nahezu allen Tagesmedien und nicht zuletzt wegen einer Demonstration im Rahmen des CSD Zürich 2007 erhielten die Behörden den klaren Auftrag zur Beilegung des Konflikts. Schließlich kam eine für beide Seiten akzeptable Lösung zwischen den städtischen Behörden und Darkroom-Betreibenden zustande. Zum Betrieb eines Darkrooms müssen die betreffenden Lokale neben verschiedenen Grundsätzen auch die Präventionscharta des Vereins Gay-Betriebe Schweiz (VEGAS) und des Schweizerischen Bundesamtes für Gesundheit (BAG) bezüglich sexuell übertragbarer Krankheiten erfüllen.

    Im August 2007 gab es in Zürich vier Betriebe mit Darkrooms. Im Februar 2008 erklärte ein Einzelrichter am Bezirksgericht Zürich jeglichen Sex im Gastgewerbe grundsätzlich für gesetzeswidrig. Das umfasst auch die Darkrooms. Die unterlegene Partei und Vertreter von Schwulenorganisationen ließen den Entscheid vom Obergericht prüfen. Das Zürcher Obergericht urteilte im Dezember 2008, dass Darkrooms für Homosexuelle in Lokalen nicht verboten werden dürfen – sofern an den Eingängen strikte Alterskontrollen durchgeführt werden.

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