BIID

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  • Unter Body Integrity Identity Disorder (deutsch: Körperintegritätsidentitätsstörung), Kurzform BIID, versteht man den Wunsch eines Menschen, seinen Körper oder einen Sinn zu verändern. Häufig besteht der Wunsch danach, mit einem oder mehreren Gliedmaßen weniger zu leben. Auch andere Arten der körperlichen Reduktion können als Wunsch geäußert werden.
    Betroffene empfinden, dass ihr Körper oder eine Körperfunktion verändert sein sollte, in einer Form, die von außen als Behinderung betrachtet wird.

    Erlebt wird der oft überwältigende Wunsch, ein oder mehrere Gliedmaßen zu amputieren oder das Rückenmark zu durchtrennen oder eine andere Funktion (Hörfähigkeit, Sehfähigkeit) aufzuheben und damit den realen Körper in Einklang mit der als „richtig“ empfundenen Querschnittlähmung, Gehörlosigkeit, Erblindung usw. zu bringen. Manche Betroffenen binden z. B. ihren Arm auf dem Rücken fest, weil sie ihn als störend empfinden.

    Menschen mit BIID ist es allerdings nur schwer möglich, ihren Wunsch durch einen von Ärzten durchgeführten operativen Eingriff zu realisieren. Dies führte bei Betroffenen zur oft lebensgefährlichen Selbsthilfe, beispielsweise durch Unterkühlungen mit Nekrosefolgen, Schusswaffen und ähnlichen Instrumentarien oder durch inszenierte Unfälle.

    Personen, die mit BIID leben, bezeichnen sich zum Teil selbst als Wannabe (von engl. want to be: etwas sein wollen, „Möchtegern“). Viele Betroffene versuchen sich Erleichterung zu verschaffen, indem sie Prothesen, Orthesen, Rollstühle oder Blindenstöcke verwenden, womit ein entferntes Erleben der erwünschten körperlichen Beeinträchtigung erzeugt wird. Dieses Vorspielen eines nicht vorhandenen Zustandes wird auch Pretending genannt.

    Da nicht nur der Wunsch nach einer Amputation vorliegt, sondern vielmehr das Bedürfnis, seinen realen Körper dem gestörten Körperschema anzupassen, etablierte Michael First den Begriff „Body Integrity Identity Disorder“.

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