Vagina

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  • Die Vagina, das Geschlechsteil der Frau nimmt beim Vaginalverkehr den Penis und das von ihm ausgestoßene Sperma mit den darin enthaltenen Spermien auf.
    Während der sexuellen Erregung wird das Vaginalmilieu verändert. Durch die Lubrikation und die Produktion und Sekretion von dünnflüssigem Schleim in den Zervixdrüsen wird das Sekret pH-neutral. Die in den Scheidenvorhof mündenden Bartholinschen Drüsen sondern zudem bei Erregung ein schleimhaltiges Sekret ab und befeuchten den Vorhof, wodurch das Eindringen des Penis in die Vagina erleichtert wird. Nach der Ejakulation des Mannes werden die Spermien durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter und weiter in die Eileiter transportiert.

    Der vaginale Geschlechtsverkehr kann, wie auch andere Formen der sexuellen Betätigung, zum Orgasmus führen. Da die Vagina im Wesentlichen aus relativ nervenarmem Gewebe besteht, ist jedoch umstritten, ob der vaginale Orgasmus durch die Reizung in der Vagina oder eine durch die Bewegung ausgelöste Reizung der Klitoris ausgelöst wird. Die von Ernst Gräfenberg entdeckte Gräfenberg-Zone (auch G-Punkt), die etwa drei bis vier Zentimeter vom Vaginaleingang entfernt in der Vorderwand der Vagina liegt, wird in diesem Zusammenhang als besonders sensibel und sexuell erregbar betrachtet.

    Sie ist den Paraurethraldrüsen benachbart, die bei einer entsprechenden Reizung Sexualsekrete freigeben (weibliche Ejakulation). Bei einem vaginal ausgelösten Orgasmus sind andere sensorische Nervenleitungen einbezogen als bei einem Orgasmus, der wesentlich durch die Reizung der Klitoris entsteht. Beim vaginalen Orgasmus sind der Plexus hypogastricus und die Nervi pelvici hauptsächlich angesprochen, beim klitoralen Orgasmus der Nervus pudendus.

    Manche Frauen bevorzugen eine direkte Liebkosung des Klitoriskörpers, bei anderen ist die Empfindsamkeit am Vaginaleingang und den kleinen Venuslippen besonders stark ausgeprägt und einige Frauen bevorzugen ein tiefes Eindringen. Der Eingang der Vagina ist Teil der empfindsamen Klitoris und die Venengeflechte um Harnröhre und Vagina gehören ebenfalls zum aktiven, erogenen System der Frau.

    Entgegen früheren Annahmen sprechen aktuellere wissenschaftliche Untersuchungen dafür, dass 70-80 % der Frauen ausschließlich durch direkte Stimulation der Klitoris einen Orgasmus erreichen können. Obwohl indirekte Stimulation der Klitoris dazu ebenfalls ausreichend sein kann, ist vom empirischen Standpunkt davon auszugehen, dass die Mehrheit der Frauen durch bloße Penetration des Penis in die Vagina keinen Orgasmus erreichen kann.

    Die Vagina spielt als inneres Organ in der darstellenden Kunst keine zentrale Rolle, Darstellungen der weiblichen Genitalien beziehen sich in der Regel auf das äußere Geschlecht, die Vulva. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass bei der künstlerischen Darstellung der Vulva die Betonung mehr oder weniger stark auf der Vagina bzw. der Vaginalöffnung als Symbol der Sexualität und Geburt fokussiert sein kann. Dies ist beispielsweise bei den vor allem in Irland verbreiteten Sheela-na-Gig der Fall. Dies sind Steinskulpturen, die die Vulva meist überdimensioniert darstellen und die Vaginalöffnung präsentieren.

    In der Psychologie findet die Vagina dentata, die ‚bezahnte Vagina‘, größere Beachtung. Sie spiegelt die Angstvorstellung einer mit Zähnen besetzten Vagina wider, die den Penis abbeißen und verschlingen könnte. Das Motiv findet sich in verschiedenen asiatischen Mythen wieder, wo verschiedene Formen von Penisangst (Koro) zu finden sind. Benannt wurde die Vagina dentata von Sigmund Freud, der sie in den Kontext der Kastrationsangst setzte.

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