Anal

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  • Einführen des erigierten männlichen Penis in den Anus des Sexualpartners.
    Analverkehr wird sowohl zwischen hetero- als auch homosexuellen Partnern praktiziert. Für beide Partner kann der Analverkehr lustvoll sein, auch Frauen können durch Analverkehr zum Orgasmus kommen. Gegenüber dem Vaginalverkehr erfordert der Analverkehr unter Umständen vorbereitende Maßnahmen und ein behutsameres Vorgehen.

    Insbesondere unter jüngeren, heterosexuellen Frauen und Männern hat der Analverkehr in den letzten Jahren eine starke Verbreitung gefunden. Allerdings ist unklar, ob dem eine reale Zunahme oder eine, durch Enttabuisierung des Analverkehrs bedingte, offenere Auskunftsbereitschaft zugrunde liegt.

    Prinzip

    Der Afterbereich ist bei Personen beider Geschlechter eine sexuell stimulierbare erogene Zone, die mit vielen Nervenenden ausgestattet ist. Beim Mann führt passiver Analverkehr zusätzlich zur Reizung der sexuell empfindlichen Prostata, die einen Orgasmus auslösen kann. Bei der Frau können durch Analverkehr auch der sogenannte A-Punkt und das Scheidengewebe stimuliert werden. Für den aktiven Partner bedeutet der Analverkehr aufgrund der engeren und potenziell muskulöseren Körperöffnung eine intensivere Stimulation gegenüber dem Vaginalverkehr.

    Als aktiv wird beim Analverkehr diejenige Person bezeichnet, die ihren Penis einführt (insertiver Analverkehr), als passiv, auch anorezeptiv, diejenige, bei der der Penis eingeführt wird (rezeptiver Analverkehr). Die Praktik setzt für viele Personen ein höheres Maß an Vertrauen voraus, wird andererseits jedoch oft auch als entsprechend intimer empfunden. Aktiver Analverkehr gehört aus genannten Gründen für viele Männer zu den lustvollsten Sexualpraktiken. Passiver Analverkehr wird in vielen Fällen beim ersten Mal als unangenehm, jedoch mit wiederholter Übung zunehmend als lustvoll empfunden.

    Die Bezeichnung passiv ist insofern missverständlich, als dass die Position so gewählt werden sollte, dass auch der passive, also empfangende Partner Kontrolle ausübt. Das heißt, er sollte Tiefe und Rhythmus der Penetration mitbestimmen können oder sogar vorgeben. Übliche Stellungen sind die Reiterstellung und die A-tergo-Stellung.

    Schmerzvermeidung und Lustgewinn

    Bei behutsamen, langsamen Eindringen, sowie Nutzung von Gleitmittel ist Analverkehr in der Regel schmerzfrei. Der Anus ist aufgrund zahlreicher Nervenenden eine erogene Zone, die anale Stimulation wird daher oftmals lustvoll erlebt. Nervenenden finden sich rund um den äußeren Schließmuskel, aber auch der innere Teil sowie der Enddarm können durch Druck und Bewegung stimuliert werden. Unter Umständen ist ein Orgasmus durch rein anale Stimulation möglich: Für Männer geschieht dies durch Stimulation der Prostata, für Frauen durch Anspannung der Beckenbodenmuskulatur. Viele Menschen können durch passiven Analverkehr allein jedoch nicht zum Orgasmus kommen, das heißt, sie benötigen zusätzliche genitale Stimulation zum Erreichen des Höhepunktes. Viele Frauen erleben Analverkehr in Kombination mit zusätzlicher, manueller Stimulation als besonders lustvoll. In einer großangelegten Erhebung zum Sexualverhalten (National Survey of Sexual Health and Behavior) zeigte sich, dass dabei mehr Frauen einen Orgasmus erlangen als bei jeder anderen Form sexueller Stimulation.

    Hygiene und Verhütung

    Mitunter existieren Bedenken bezüglich der Hygiene, welche sich in der Regel auf im Enddarm befindliche Fäkalreste beziehen. Die Angst, während des Verkehrs mit Kot in Kontakt zu kommen, ist jedoch größtenteils unbegründet. Nach der Defäkation verbleibt kaum Stuhl im Enddarm, Anus und Enddarm stellen lediglich Durchgangskanäle dar und sind somit nur unmittelbar vor und während der Defäkation mit Kot in Kontakt.

    Abwechselnd praktizierter Vaginal- und Analverkehr sollte stets mit einem Kondomwechsel kombiniert oder aber der Penis vor dem Wechsel abgewaschen werden, da ansonsten Keime aus dem Enddarm in die Vagina eingebracht werden und Entzündungen auslösen können.
    Insbesondere in Kulturen, in denen auf die Jungfräulichkeit der Frau bei der Eheschließung großen Wert gelegt wird, ist der Analverkehr eine gelegentlich praktizierte Alternative zu vorehelichem vaginalen Geschlechtsverkehr, durch die das Risiko einer Schwangerschaft vermindert und der Verlust des Jungfernhäutchens vermieden werden soll. Die Annahme, dass sich durch Analverkehr eine Schwangerschaft sicher vermeiden lasse, ist jedoch falsch. Auch beim Analverkehr kann Sperma in die Scheide gelangen und zu einer Empfängnis führen.

    Vorbereitung

    Als Vorspiel vor dem Analverkehr kann der Anus mit den Fingern stimuliert werden. Sollte das Eindringen des Penis vom passiven Partner als schmerzhaft empfunden werden oder mit einem unangenehmen Gefühl einhergehen, so ist die Benutzung eines Butt-Plug möglich. Dabei handelt es sich um ein kegelförmiges Objekt, das vor dem Analverkehr durch den passiven Partner getragen werden kann. Die Vorbereitung hiermit kann die Muskulatur des Anus entspannen helfen und ihn leicht vordehnen. Seine Form verhindert ein Hineinrutschen sowie selbstständiges Herausrutschen aus dem Anus. Butt-Plugs können für kürzere, aber auch für längere Zeiträume unabhängig vom Geschlechtsverkehr getragen werden.
    Vor dem Verkehr kann eine Analspülung durchgeführt werden. Dies kann zu einem subjektiv empfundenen Gefühl der Sauberkeit beitragen, ist jedoch aus hygienischen Gründen nicht notwendig.

    Risiken, Safer Sex und HIV

    Beim Analverkehr besteht für den passiven Partner gegenüber dem Vaginalverkehr erhöhte Verletzungsgefahr: Die stark durchblutete Schleimhaut des Enddarms ist wesentlich empfindlicher als beispielsweise die Vagina. Durch die kleinsten Verletzungen können Viren und Bakterien im Enddarmbereich leicht übertragen werden. Eine Überdehnung des Schließmuskels bringt die Gefahr von Rissen mit sich. Ebenso kann zu tiefes Eindringen zu innerlichen Verletzungen im Enddarm führen.

    Durch den Austausch von Körperflüssigkeiten besteht die Gefahr, sich an einer sexuell übertragbaren Erkrankung anzustecken, insbesondere an HIV, Hepatitis B oder Hepatitis C. Personen mit wechselnden Geschlechtspartnern sollten deshalb beim Analverkehr immer Kondome verwenden, eine erhöhte Sicherheit können spezielle, extrastabile Präservative bieten, die eine höhere Elastizität und eine dickere Wandstärke aufweisen. Die Verwendung von Gleitmittel reduziert das prinzipielle Verletzungsrisiko erheblich. Nur Gleitmittel auf Wasser- oder Silikon-Basis sind für den Gebrauch mit Kondomen geeignet, da fetthaltige Gleitmittel das Material des Kondoms angreifen. Ungeschützter homosexueller Analverkehr ohne Kondom wird mit dem Begriff Barebacking bezeichnet. Auch für den aktiven Partner besteht bei ungeschütztem Analverkehr ein Infektionsrisiko.

    Häufig bestehen Bedenken darüber, ob Analverkehr zu einem Ausleiern oder Erschlaffen des Schließmuskels führen kann. Dabei ist zu unterscheiden. Ein behutsames Vorgehen vorausgesetzt, wirkt sich Analverkehr durch die Kontrolle von An- und Entspannung der Muskulatur tendenziell eher positiv auf den Schließmuskel aus. Dies betrifft aber nur den sog. Kontraktionstonus (die Spannung, die durch willkürliche Anspannung des Schließmuskels aufgebaut wird). In Bezug auf den sog. Ruhetonus (die Grundspannung des Analkanals) wurde nach einer Studie dagegen eine Herabminderung der Spannung verzeichnet. Teilweise wird die Herabsetzung des Ruhetonus damit begründet, dass diejenigen Probanden der Studie, die Analsex praktizierten, sich besser entspannen konnten. Nach anderer Ansicht hingegen ist die Herabsetzung des Ruhetonus eine Folge der Überdehnung des Analkanals.
    In Bezug auf die Risiken, die mit Analsex verbunden sein können, muss unterschieden werden, ob der passive Partner ein Mann oder eine Frau ist. Frauen sind aufgrund ihrer Anatomie für anorektale Störungen erheblich anfälliger als Männer.

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